Red Rock Campground – Las Vegas – Mojave Wilderness

Nach den ganzen Erlebnissen mit Hügette und nachdem wir schon ganz lange nicht mehr geklettert sind, zieht es uns wieder in kletterbares Terrain und die Red Rocks sind unser nächstes Ziel. Zwar habe ich irgendwann mal gelesen, dass so ab Oktober da immer alles voll ist nur dachte ich wir seien früher im Jahr da, aber weil wir nicht ganz nach ursprünglichem Reiseplan reisen sind wir eben erst im Oktober wirklich dort und natürlich ist alles voll. Naja, zumindest fast alles, wir können auf einem der wenigen First come first serve Plätze übernachten. Wir schlafen immerhin dann drei Nächte da und versuchen bereits am ersten Tag noch irgendwo klettern zu gehen, so sehr gelingt uns das aber nicht, weil der Zugang zur Kletterei nicht unbedingt Kindergerecht ist. Immerhin können wir an der einen Route für die Kinder eine Kinderschaukel einrichten und so lohnt sich das Ganze trotzdem ein wenig. Ja und diese eine Route war auch schön.

Da wir quasi auf dem Parkplatz schlafen, ist die Nacht nicht sonderbar ruhig, aber ja nu, Hauptsache wir können überhaupt irgendwo schlafen. Am nächsten Tag gehen wir im Black Corridor klettern, mehr oder weiniger ein Klettergarten mit Sportkletterrouten. Hier können die Kinder super spielen und ich beginne mich doch auch langsam wieder an den Vorstieg (ich hatte mittlerweile manchmal so keine Lust mehr vorzusteigen, weil ich gefrustet war, es mühsam war und überhaupt).

Am Abend müssen wir noch einkaufen gehen. Nur so kurz wird dass dann nicht, weil zwischen der Einfahrt zum Campground und der Vorstadt von Las Vegas ist ein Helikopterunfall passiert, es wimmelt nur so von Rettungswagen, Feuerwehr, Polizei, Rangern etc. und wir kommen wohl als eines der letzten Fahrzeuge noch Richtung Stadt. Später lese ich nochmals, was wohl da genau passiert ist: Es ist tatsächlich ein Helikopterunfall und beide Insassen sterben, der Pilot wohl bald nach dem Zeitpunkt des Unfalls und der Passagier einen Tag später. Irgendwie krass, weil Marcel beim aus dem Fenster sehen tatsächlich auch noch Beine gesehen hat, zu einer Person dieser beiden Personen gehörend, die nicht mehr ganz so gut ausgesehen hatten und krass auch, weil wir unseren Kindern zu diesem Zeitpunkt gesagt haben, wir hätten auf der anderen Seite des Autos irgendein Tier gesehen, damit sie eben diese Beine nicht sehen. Wir haben ihnen dann erklärt dass es da kein Tier gab, aber wir das sagten, weil wir nicht wollten dass sie solche Dinge sehen. (Und jetzt zu diesem Zeitpunkt überlege ich mir noch viel mehr, denn, wir haben das Privileg unsere Kinder vor solchen Anblicken zu schützen, und andere Kinder wachsen im Krieg auf und für sie wäre das mit vier Jahren ein völlig normaler Anblick. Die Welt ist absurd.)

So oder so, ist natürlich nach dem Einkaufen kein Weg mehr dort durch und statt einer viertel Stunde haben wir dreiviertel Stunden um wieder auf den Campground zu kommen. Die Nacht ist wie immer hier, laut und viel Verkehr, irgenwann mitten in der Nacht höre ich eine Bernerin sagen: «Di blibe o bis am Fritig» und sonst noch was, denke mir dabei nicht viel ausser das ich hellwach werde. Um fünf Uhr ist schon wieder Lärm und die Nacht war nicht gerade sonderbar gut. Ja nu. Am Morgen merken wir dann, dass wir die Beiden Schweizer aus der Kletterhalle in Bern, zumindest vom sehen her kennen, da sprechen wir noch nicht sonderbar viel zusammen und gehen wieder die eigenen Wege. An diesem Tag steht bei uns nochmals der Black Corridor und dann weiter the Gallery auf dem Programm und wir geniessen die Kletterei. Marcel joggt dann vom Kletterparkplatz aus noch zurück auf den Campground.

Am Abend entschuldigt sich die Person, die um fünf Uhr schon gelärmt hat bei uns, sie hätte nicht daran gedacht, dass da wohl noch andere Menschen im Auto schlafen. Sie, eine Lehrerin die ein Sabbatical nimmt für ein Jahr, und mit dem Auto den Klettergebieten nach fährt mit irgenwas um die 50 Jahren. Das klingt doch gut.

Wir schlafen also die letzte Nacht nochmals auf dem Parkplatz (es ist eigentlich der Parklplatz für die Zeltplätze die zu diesen first come first save Plätzen gehören, aber eben auch als Übernachtungsplätze dienen), sowieso aber ist da irgendwie immer etwas los. Aber so oder so, machen wir uns nächsten Tags ein letztes Mal auf, um nochmals irgendwo in der Umgebung zu klettern und wir verlieren Nummer drei der Traktoren die. wir für die Kinder mitgenommen haben. («Duet der Grosspa üs de nöii Traktore bringe?»)

Am Abend geht es zur Überforderung der Kinder und mir nach Las Vegas. Wir stellen Hügette auf einen bewachten Parkplatz und machen uns auf in die verrückte, kunterbunte, übertriebene, laute, verschwenderische, abzockende und irgendwie doch beeindruckende Stadt. Zum Glück gibt es die Bahn, mit der quasi mit Aussicht auf die Stadt an diverse Orte gefahren werden kann. Deshalb fahren wir mal zum Paris Hote/Casino und laufen da durch. Dann geht es über die Strasse zum Bellagio und seiner Springbrunnen Performance und nach dem uns da der Kopf schon fast platzt, wieder durchs Paris, wo wir irgendwo noch was zu Abend essen. Dann fahren wir mit der Bahn noch bis zur Endstation auf der anderen Seite und wieder zurück. Eine Station ist geschlossen und so kommts, dass wir nach der Bahnfahrt direkt wieder zur Hügette gehen. Den Kindern ihre Pyjamas anziehen und rausfahren aus der Stadt, die ich noch so viel weniger gross in Erinnerung hatte (von Anno 1999?) und die sich nun in alle Himmelsrichtungen ausgebreitet hat und weiter ausbreitet. Wir fahren schlafen und übernachten dann irgendwo in der Mojave Wilderness auf einem Vista Point Parkplatz.

Death Valley

Auf dem Weg von Bakersfield ins Death Valley, übernachten wir noch auf dem Isabella Lake Recreation Campground und Marcel braucht am Abend noch etwas Bewegung und joggt auf irgend einen Hügel da. Es ist eine schöne Strecke Richtung Death Valley und nach dem es Abends am Isabella Lake doch sehr kalt war, geniessen wir die Wärme je näher wir dem Death Valley kommen.

Ach ja, bei Bern fahren wir auch noch vorbei…

Im Death Valley besuchen wir, nach dem der erste Campground noch geschlossen ist, die Mesquite Sand Dunes, die sich auf dem Weg zum nächsten Campground befinden. Da merkt mensch die Hitze dann doch wieder. Wir bekommen einen Campsite und geniessen den Abend da, die Kinder spielen und wir geniessen dass Sein.

Am nächsten Tag besuchen wir die normalen Touristenspots, wie zum Beispiel das Badwater, dem tiefsten Punkt auf dem Nordamerikanischen Kontinent, wo wir aber wohl weiter als der normale Durchnschnittstourist laufen, denn der Beginn des Trailheads ist so zertrampelt, dass mensch die Salzkristalle gar nicht erkennen kann.

Weiter den Artists Drive entlang und zum Schluss parken wir Hügette beim Golden Canyon Trailhead und sehen auf dem Trail wunderschöne Landschaften.

Nachdem wir das alles erkundet haben, fahren wir aus dem Death Valley heraus und übernachten knapp ausserhalb auf entweder einem ehemaligen oder nicht fertiggestellten Campingplatz, der sich super eignet, nicht nur zur Übernachtung nach dem Death Valley, sonder wohl auch zur Übernachtung mit Ausflügen ins Death Valley.

Highway 1 – Bakersfield (Orange Grove)

Der Highway 1 ist wohl eine der bekanntesten Küstenstrassen, und dies zu recht (finde ich). Wir geniessen die Sicht auf die raue See und es kommen Erinnerungen an unsere erste gemeinsame Reise dahin: Damals ist so einiges passiert während der Fahrt auf dem Highway one, nicht nur klingelte auf einem ganz bestimmten Abschnitt das Telefon und wir erfuhren, dass der Grossvater von Marcel gestorben sei, (wir gingen seine Grosseltern vor der Reise damals zum Glück noch besuchen, denn er starb sehr überraschend, wenn auch im stolzen Alter von 93 Jahren), sondern hatten wir auch auch einem Abschnitt Sorgen dass das Benzin nicht reicht und wir plötzlich stehen bleiben.

Ganz anders dieses Mal, mit Hügette und mit unseren Kindern, zum Glück denn ein solches Telefon hätten wir nach all den Hügetteli Strapazen wohl grad nicht verkraftet. Wir genossen einfach nur die schöne Aussicht auf das Meer und nahmen uns die Freiheit, da wo wir wollten stillzuhalten. Und wir konnten auf einem wunderschönen Plätzchen direkt mit Sicht auf das Meer übernachten. Ach hatte es viele Tankstellen und wir fragten uns, ob das wohl damals wirklich so war, aber naja, es sind mittlerweile halt doch einige Jahre verstrichen. So oder so übernachteten wir zwar nur eine Nacht da, aber schön war es alleweil.

Nach all der schönen Meersicht, inkl. Seeelefanten…

und Meerverabschiedung mit schönem Fundstück…

fahren wir nach Bakersfield, wo wir auf einem Campingplatz mit Orangenbäumen übernachten. Da waschen wir unsere ganzen Kleider, und treffen auf Menschen, die kaum glauben können dass wir sowas mit unseren Kindern machen und erst noch nach Mexico wollen wo es doch gefährlich sei und trotzdem hören wir auch eine gewisse Bewunderung heraus, sie hätten das nicht gekonnt, sie hätten nicht den Mut gehabt. Am Morgen stehen vor unserer Türe drei Papier-/Plastiktüten mit diversen Dingen darin. Milch, Wasser, Haushalts- und Toilettenpapier, einem kleinen Couvert mit einer Notiz und einer 20 USD Note, usw. Es ist wirklich, hmm auf Berndeutsch «härzig». Leider wissen wir nicht einmal mehr wie die Beiden heissen und wir konnten uns auch nicht bedanken, da sie den Platz bereits verlassen hatten als wir aufstehen und es sehen. Vielleicht lesen sie ja irgendwann mal etwas da, who knows. Merci so oder so. Nach dem ReOrganisieren fahren wir nun Richtung Death Valley, in der Hoffnung, dass es da nun nicht mehr ganz so heiss ist, wie im Sommer, oder frühen Herbst

San Francisco – Novato – San Francisco – Santa Cruz – San Jose

Zwischen dem Yosemite Valley und San Francisco übernachten wir bei einem Vista Point, den wir bei iOverlander finden. Die Aussicht ist schön und die Nacht ruhig. Uns so geht es nächsten Tags weiter. Wir fahren nach San Francisco und geniessen am Abend die Aussicht auf die Golden Gate Bridge.

Ich will morgens den Sonnenaufgang fotografieren und stehe deshalb ausnahmsweise früh auf und werde mit einem wunderbaren Morgen belohnt.

Für heute (Dienstag) ist geplant: Hügette zum Automechaniker zu bringen, damit dieser die Radlager wechseln kann und am Abend wieder mit Hügetteli loszufahren. Wir sind um 10.00 beim Mechaniker, zu dem wir die Radlager bestellt haben. Dieser repariert meistens Oldtimer, aber Hügette geht mit Baujahr 2005 bei den Amerikanern auch schon fast unter Oldtimer. Zwar haben wir ihm beschrieben was Hügetteli genau ist und so, er ist trotzdem erstaunt ab der Grösse und kann die Radlager nicht wechseln, er kümmert sich aber um Jemanden der sie wechseln kann.

Und so stehen wir um ca. halb elf beim nächsten Mechaniker auf der Matte. Dieser kann sie zum guten Glück wechseln. Er schreibt meine amerikanische Nummer auf und sagt er melde sich wenn sie länger hätten als die zwei geplanten Stunden, die uns 300 USD kosten würden. Wir machen ab, dass wenn wir nichts hören, einfach um ca. fünf Uhr wieder dort sein würden und gehen in die Stadt wo wir die Zeit geniessen und am Schluss auf einen Spielplatz gehen. Dort gucke ich per Zufall auf unseren Instagram Account, den ich bei Hügette auf die Hecktüre geschrieben haben und sehe eine Nachricht von Jorge (dem Mechaniker). Er hatte meine Nummer falsch aufgeschrieben und konnte uns nicht erreichen, kam aber guten Glückes auf die Idee uns über Instagram zu kontaktieren. Wir rufen an und es stellt sich heraus, dass die Radlager ganz spezielle sind und wir wohl neue bestellen müssen, zwar hat er die Hoffnung, dass eine Firma aus San Francisco solche herstellt, aber wir werden sicher mind. eine Nacht in einem Hotel übernachten müssen. So geht es also zur Garage um plötzlich nicht etwas Hügette abzuholen, sondern um Sachen für die Nacht aus dem Auto zu holen und mit Jorge über das weitere Vorgehen zu sprechen. Da sie das Radlager schon ausgebaut haben, steht Hügette auf der Hebebühne und kann nicht von der Stelle bewegt werden. Netterweise fährt uns Jorge in seinem Auto zu einem Hotel und wir können zwei Nächte da bleiben. Wir machen ab, dass sobald er irgendwie Bescheid von dieser Firma kriegt, er sich meldet. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Auf dem Weg ins kleine Städtchen meldet sich Jorge und (natürlich) stellt die Firma in SF keine solchen Radlager her. Wir müssen uns also mit unserem Automechaniker in der Schweiz in Verbindung setzen und von da bestellen. Dieser ist aber im Urlaub uns so kann die Bestellung wohl erst am Montag gemacht werden. Wir gehen also weiter und besorgen uns ein Mietauto für eine Woche. Da sie in Novato, wo wir das Hotel haben, keine Autos zur Verfügung haben zur Zeit, müssen wir zu Hertz in San Rafael. Da kriegen wir eines und suchen dann ein fahren wieder Richtung Novato, irgendwo dazwischen gehe ich mit den Kindern auf einen Spielplatz und Marcel geht derweil nochmal zu Jorge in die Garage um die restlichen Dinge aus Hügette zu holen, den Kühlschrank zu leeren und so weiter. Dann fahren wir wieder ins Hotel, gehen duschen etc. um später noch etwas essen zu gehen und eine Übernachtungsmöglichkeit für die nächste Woche zu suchen.

Mit dem Mietauto gehen wir am nächsten Tag nach San Francisco um die steilen Strassen fahren zu können und immerhin das auszunützen, denn mit Hügetteli konnten wir das nicht. Wir verbringen diesen Tag noch etwas ausführlicher in San Francisco und fahren natürlich auch mit der alten Strassenbahn.

Wir hatten zwar extra das Zelt eingepackt, aber finden am späten Nachmittag auf dem Weg Richtung Santa Cruz (wo wir ein AirBnb gefunden hatten) keine Möglichkeit, deshalb gibt es wohl oder übel eine erneute (teure) Hotelübernachtung.

Immerhin ist bei diesen immer das Frühstück inbegriffen und wir können dieses geniessen. Bevor wir beim AirBnB einchecken können verbringen wir noch etwas Zeit an einem Strand und fahren dann zur Adresse.

Zwar hatten wir schon beim schreiben mit den Betreibern einen guten und herzlichen Eindruck, aber die Unterkunft ist wirklich mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und sogar der Parkplatz wurde eigens beschriftet. Falls wir jemals wieder in Santa Cruz sind, mit etwas mehr Geld zur Verfügung, würden wir sofort wieder diese Unterkunft nehmen.

Der einzige Nachteil, es hat keine Küche zum kochen, trotzdem aber einen Kaffeekocher, eine Mikrowelle und ganz viele Snacks, die die netten Menschen für ihre Gäste parat machen. Und wir hatten die Sondererlaubnis, mit dem Gaskocher vor dem Eingang der kleinen Wohnung zu kochen. Es ist sauber und extrem angenehm da zu Hausen nach dem ganzen Ungewissen mit Hügette. Die Unterkunft haben wir von Freitag bis Mittwoch reserviert und die Tage da verbringen wir mit Strand, Meer, Spielplätzen, spielen, Strassenkreiden malen auf der Einfahrt, natürlich dem Bestellen der neuen Radlager, die voraussichtlich Mittwoch Morgens bei Jorge sein sollten, arbeiten, versuchen Blog zu schreiben, etwas nach schlafen und geniessen.

Am Mittwoch ist es dann soweit und wir verlassen Santa Cruz und unsere kleine Unterkunft da wieder, denn ja, die Radlager sind früh Morgens in Novato eingetroffen und deshalb geht es auch direkt dahin, um unsere ganzen Sachen wieder in Hügette zu laden (sie ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig..). Fahren mit dem Mietauto zu Hertz wo wir es zurückgeben um dann wieder in Novato noch was zu essen und langsam Richtung Garage zu gehen. Tatsächlich steht sie bereits draussen parat und wir sind extrem froh, können nun wieder in unser Daheim ziehen, in unseren Betten schlafen und haben wir unser kleines Haus wieder. Die ganze Sache mit dem Radlager kostete uns (und nein, es geht hier nicht ums jammern oder irgendwas, sondern es geht um mehr Realität, auch im bloggen) etwa ein ganzes Monatsbudget. Ja nu, es kommt schon gut. Zumindest haben wir unser Hügetteli wieder und «OH wie ist das schön!»

Die erste Nacht wieder mit Hügetteli unterwegs übernachten wir auf einem Walmart Parkplatz in San Jose, um da restliche Dinge einzukaufen und uns wieder richtig einzurichten.

Yosemite Nationalpark

Wir fahren die wunderschöne Route in den Yosemite NP und übernachten die erste Nacht noch nicht im Valley selbst, sondern auf dem Wawona Campground. Die Dame hat uns bei Einfahrt in den Nationalpark bereits gesagt, dass im Valley selbst sicherlich keine Plätze mehr vorhanden sind für diesen einen Abend und wir am nächsten Tag sicher um sieben Uhr in der früh beim Campground Registration Bureau sein sollen, um einen Platz zu kriegen.

Wir stehen also am nächsten Tag früh morgens auf, und fahren ins Yosemite Valley, wo wir dann während dem warten bis das Bureau öffnet, frühstücken. Mensch stelle sich vor, das Bureau öffnet um 08.00 Uhr, und wir sind die zweiten die anstehen, um 07.00 Uhr. Bis 08.00 Uhr stehen noch viele weitere Menschen an. Täglich werden so etwa 8 bis 12 Plätze vergeben. Nachdem Name etc. registriert sind, heisst es, dass wir um 15.00 wieder hier stehen müssen um wirklich einen Platz zu bekommen. Wir verbringen restlichen Vor- und Nachmittag also mit klettern und stehen dann pünktlich um drei wieder beim Registration Bureau. Tatsächlich kriegen wir ALS EINZIGE(!) sogar einen Platz für mehrere Nächte. Nun stelle mensch sich vor, jeden Tag an diesem Prozedere teilnehmen zu müssen, da bleibt nicht viel zu machen durch den Tag hindurch. Darum sind wir extrem froh, kriegen wir einen Platz für vier Nächte. Nach der Registrierung entscheiden wir uns noch an den Fuss des El Capitan, beziehungsweise auf die (vor allem unter Kletterern und wohl auch Touristen) bekannte Wiese mit bester Sicht auf das Klettergeschehen am El Cap und überhaupt auf die beeindruckende Wand, ein Zvieri zu essen. Danach geht es auf den North Pine Campground, wo wir uns einrichten für die nächsten Tage.

Das Gute ist, wenn mal auf einem Campingplatz registriert, kann der Shuttlebus der im Yosemite Valley diverse Orte anfährt wunderbar gebraucht werden. So nutzen wir am nächsten Tag genau dieses Angebot und fahren mit dem Bus an den Ort an dem wir klettern wollen. Es hat viele Menschen, weil da leichte Routen sind und sich langsam an das Klettern im Granit herangetastet werden kann. Irgendwann kommen zwei Menschen, die eine Route Free Solo machen, immerhin ist diese wirklich leicht, aber es geht nicht lange und da kommt noch einer mit dem Fahrrad, schnürt seine Kletterfinken und macht Routen die schwieriger sind leichtfüssig hoch und auch wieder runter, denn er weiss genau wo stehen und vertraut seinen Füssen ganz und gar.

Obwohl direkt daneben Menschen mit Kindern sind (wir), Touristen zusehen und Kletteranfänger sich am Fels versuchen, ist das wohl hier im Yosemite (und wie wir später merken auch im Joshua Tree NP) ganz alltäglich. Die Mentalität ist so, dass (wohl normalerweise, nur was ist schon normal und überhaupt ist normal nicht eine Definition die ich gerne benutze, aber) mit dem Fahrrad wohin gefahren wird, je nach je mit Haulbag gefüllt mit Sicherungsgurt, Friends, Keilen, Seil und allem was mensch braucht zum klettern und dann wird geklettert. Oder eben so, dass Mensch einfach Free Solo klettert. Dies mag ja gehen, wenn irgendwo geklettert wird, wo keine Menschen zusehen könnten wenn der Free Solo Kletterer abstürzt, vor allem keine Kinder, die dann für ein Leben lang traumatisiert wären, aber wahrscheinlich machen sich diese Menschen gar keine Gedanken zu ihrer Kletterumgebung, denn es ist ja völlig normal (wieder dieses Wort, dass ich nicht mag) hier. So, nun genug zu dem. Wir fahren mit dem Shuttlebus das wieder zurück zu unserem Platz und geniessen den Abend.

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung und laufen zum Vernal und zum Nevada Fall, diese führen auch tatsächlich beide Wasser, denn der berühmte Yosemite Fall führt, wie wir bisher auch noch nicht wussten, fast nur im Frühling Wasser (beim darüber nachdenken, ist dies aber auch nicht weiter verwunderlich). Unsere Kinder machen es wie immer super und die Wanderung hat sich wirklich gelohnt. Ausblick etc. sind wunderschön. Vom Wanderweg den wir machen, geht auch der Weg weiter auf den Half Dome, um aber diese Wanderung zu machen muss mensch einer von ca. 20 sein der die Lotterie gewinnt, mit diesen Lotterien wird reguliert wie viele Menschen pro Tag da hochlaufen dürfen. Wir wollen aber wenn dann hochklettern, irgendwann…

Und so geht es nach dem Frühstück wider auf den Shuttlebus und Richtung El Capitan, mit dem Plan auf der linken Seite am Fusse des El Cap ein paar Routen zu klettern, dabei passieren wir auch den Start der legendären Route Nose. Als geschichtlichen Hintergrund: Die Wände des El Capitan galten lange als nicht bezwingbar. 1958 kämpften sich Warren Harding, Wayne Merry, und George Whitmore im Expeditionsstil, 47 Tage lang den Berg hoch. Danach galt die Nose als NICHT FREI KLETTERBAR, bis Lyn Hill als erster Mensch überhaupt eben genau diese Route 1993 im freien Stil kletterte. Diese Begehung hat die Sicht auf das Klettern am El Capitan revolutioniert.

Am Abend gibt es ein riesiges Verkehrsaufkommen und der Shuttlebus kann nicht einmal bis zum Campground fahren, weil einfach die Menge der Autos auf der Strasse zu gross ist. So kommt es, dass wir irgendwann aussteigen und den letzten Rest noch zurücklaufen müssen.

Die Menschenmassen, bzw. Fahrzeugmassen in denen sie unterwegs sind, sind enorm und wir fragen uns, ob es da wohl keine andere Lösung gäbe. Naja, schliesslich sind ja auch wir mit derm Van gekommen und müssen irgendwann diese Strasse wieder hinaus aus dem Nationalpark fahren. Wir fragen uns, ob die Verkehrslage damals vor neun ein halb Jahren, als wir schon einmal hier waren, auch schon so war. Sowieso denken wir hier im Yosemite viel an vor neun Jahren, als wir im Camp 4 übernachteten und wohl nicht gedacht hätten, dass wir irgendwann mit unseren Kindern, und erst noch Drillingen in unserem eigenen Van wieder hierhin zurückkommen würden.

Müde auf dem Platz, gibt es nur noch Abendbrot und dann ab ins Bett.

Den letzten Morgen im Yosemite verbringen wir nochmals mit einer kurzen Wanderung zum Mirror Lake, wenn auch dieser im Herbst meist ausgetrocknet ist. Von da geniessen wir den freien Blick auf den Half Dome und kehren dann zu Hügetteli zurück, um Richtung San Francisco zu fahren.

Übernachtung auf einer Raststätte – Sequoia NP – Kingscanyon NP – Vista Point–schlafen – Fresno

Wir fahren nun Richtung Sequoia und übernachten auf dem Shandon Rest Area, diese Raststätte befindet sich anscheinend nahe beim Unfallort von James Dean, an dessen Folgen er, 24 Jahre jung verstarb.

Im Sequoia nehmen wir uns eine Campsite und bestaunen die wirklich, wirklich grossen Bäume. Wir laufen an diesem ersten Tag auch noch auf den Granit Monolithen im Sequoia.

Am nächsten Tag besuchen wir den riesigen General Sherman Tree und bestaunen Bäume durch die mensch hindurch gehen kann und lesen viel über die Sequoia Bäume. Es gibt wirklich wunderschöne Landschaften inmitten dieses ganzen Waldes.

Nach allen Besichtigungen fahren wir in den Kingscanyon NP, der quasi mit dem Sequoia NP fusioniert ist. Hier machen wir auch noch zwei, drei Touristendinge und fahren dann aus dem Nationalpark.

Auf dem Weg Richtung Fresno übernachten wir auf einem sehr angenehmen Platz, den wir auf iOverlander finden und eigentlich ein Vista Point mit Blick auf einen See ist. Am nächsten Tag können wir endlich einen Mechaniker anrufen und mit dem ausmachen, dass wir die Radlager direkt dahin schicken können und irgendwann dann dahin kommen und zu reparieren. In der nähe von Fresno übernachten wir auf einem Campground, der eigentlich recht teuer ist, wir können aber einen guten Preis aushandeln, Wäsche waschen und mal wieder richtig duschen.

Und dann geht es nach Bestellung der Radlager und ein wenig arbeiten von Marcel endlich Richtung Yosemite Valley

Jamala Beach County Park

Der Jamala Beach Country Park ist extrem schön gelegen. Wir fahren einige Kilometer über eine (laut Amerikanern) schmale Strasse, (naja, wir finden sie nicht schmal, ist sie doch über die ganze Strecke zweispurig) und können dann einen ersten Blick auf die wunderschöne Bucht erhaschen.

Nachdem wir uns etwas eingerichtet haben, und wir draussen am Tisch etwas essen, kommen wir mit Jan ins Gespräch, der mit seiner Tochter bei uns vorbeiläuft. Er und Anna verbringen mit ihren Kindern einen Teil der Familienzeit in den USA und wir werden die Tage am Jamala Beach hauptsächlich mit den vieren verbringen. Dass wissen wir zwar am ersten Tag noch nicht. 🙂

Marcel versucht am Nachmittag noch ein wenig weiter zu arbeiten und ich bin mit N., M. und Y. am Strand. (Glaube ich, denn mein Hirn ist ein Löchersieb.) Unsere Kinder fragen immer wieder wo denn E. sei (das ältere Kind von Anna und Jan) aber miteinander spielen wird dann doch nichts, später auf dem Spielplatz treffen wir Jan und E wieder.

Am nächsten Morgen werden die vier unsere Nachbarn und der Boden ist gelegt für die restliche Zeit. Wir gehen alle zusammen an den Strand, wir essen zusammen Abendbrot und unsere Kinder sind jeweils bei der anderen Familie zu Besuch im Camper/Van. Und unsere drei dürfen sogar den Luxus einer Camperdusche geniessen, weil wir sie bei Anna und Jan im Camper duschen dürfen.

Wir geniessen die Gesellschaft von den vieren extrem und die Zeit mit Anna, Jan und ihren Kindern, erinnert uns doch ein wenig an unsere lieben Nachbarn die wir in Bern hatten, an die wir täglich denken und die wir, und vor allem unsere Kinder manchmal sehr vermissen. (Aber bald sehen wir euch wieder, schliesslich ist die Halbzeit mittlerweile schon durch.)

Zur netten Gesellschaft hinzu, kommt auch noch, dass Jan ursprünglich Automechaniker gelernt hat. Wir erzählen ihm von unserem Radlager und dass auch das Licht vorne Links zur Zeit nicht funktioniert und es nicht an der Birne liegen kann sondern irgendwo ein Relais durchgebrannt ist, wahrscheinlich. Jan lässt das Ganze nicht los, er guckt sich die Radlager an, soweit er kann und nimmt sich mit Marcel zusammen schlussendlich das Relais und Licht vor.

Wir wissen nun aber, dass das Radlager gepresst werden muss und nicht geschraubt werden kann, dass heisst wir müssen es bestellen und bei eine*r/eine*m Automechaniker*in machen lassen. Am letzten Abend wollen wir nun eigentlich doch noch diesen bekannten Jamala Burger versuchen, ABER die Küche schliesst um halb sechs.. Gibts halt alternativ was anderes, wir geniessen auf jeden Fall den letzten Abend zusammen und am nächsten Tag heisst es dann auf Wiedersehen sagen.

Danke für eure Gesellschaft Anna und Jan und E. und M. und danke für deine fleissige Mithilfe mit Hügette. Vielleicht schaut ihr ja mal hier vorbei und ihr seht weiter wie es uns danach ergangen ist und ihr kriegt noch eine Postkarte von uns, irgendwann, wenn wir weiter nach Mittelamerika vorgedrungen sind.

Bemerknisse: Jan hat am Morgen vor der Abfahrt den Burger doch noch versucht und ihn auch gleich mit uns geteilt, Fazit: Er ist wirklich ein leckerer, der Jamala–Burger.

Zuma Beach, Malibu –Tronhill Broome State Beach – Ventura, Übernachtung irgendwo am Meer (State Park)

Monika und Beat hatten uns den Tip gegeben, iOverlander zu benutzen. Eine App, auf der Übernachtungsmöglichkeiten gesammelt sind und gleich auch noch Informationen dazu, wann zuletzt jemand da war, etc. Wir hofften, mit Hilfe dieser App auf dem Weg Richtung Meer einen Stellplatz zu finden, da es aber nicht wirklich etwas gibt, was uns mit den Kindern zusagt, entscheiden wir uns, ein bis zwei Stunden auf einem Spielplatz zu verbringen, etwas zu Abend zu essen und dann, quasi Richtung Meer zu «fahre schlafe».

Dank iOverlander finden wir dann direkt am Meer einen guten Platz, den wir auch mitten in der Nacht ohne Probleme ansteuern und uns einrichten können.

Den nächsten Morgen geniessen wir mit Meersicht und da dieser Stellplatz nicht wirklich zum verweilen einlädt, gehen wir nach dem Frühstück nur kurz unsere Zehen in den kalten Pazifik halten und fahren dann weiter Richtung Norden, um den restlichen Tag an einem gemütlicheren Ort zu verbringen.

Diesen finden wir im Tronhill Broome State Beach Campground. Hier verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag am Meer, mit spielen, Füsse baden und das Dasein geniessen. Das schönste aber daran ist, dass wir ganz viele Delfine sehen. Diverse Delfinschulen schwimmen vorbei und jagen die kleineren Fische, spielen in den Wellen, springen hoch und tauchen unter. Es ist wunderschön und endlich, endlich sehen wir diese wunderschönen Meeressäuger auch von Nahem. Die Nacht ist ruhig und wir gehen den nächsten Morgen gemächlich an.

Geniessen die Zeit nochmals mit spielen und Füsse baden und Delfinen beobachten, um dann weiter Richtung Norden zu fahren.

Marcel möchte wieder ein paar Stunden arbeiten und deshalb fahren wir dann nach Ventura, wo wir einen platz direkt am Meer nehmen. Dieser ist verhältnismässig teuer, aber wirklich direkt am Meer. Marcel arbeitet den Nachmittag durch und wir geniessen wieder den Strand und das Meer, und sprechen mit diversen Menschen.

Am nächsten Morgen kriegen wir von zwei Menschen den Tipp, nach Jamala Beach zu gehen. Da sei es wunderschön, habe einen Camground und im kleinen Laden gäbe es die besten Hamburger überhaupt. Also auf nach Jamala Beach, nicht wegen des Hamburgers, aber wegen des Strandes und dem Meer und den Tagen die wir da planen zu verbringen

Grand Canyon

Es geht also weiter in in den Grand Canyon. Natürlich werfen wir noch einen Blick runter, aber die Fahrt war lange und wir sind froh, wenn wir auf unseren Übernachtungsplatz können.

Bei der Einfahrt bemerken wir, dass beim Campsite vor uns, zwei Berner ihren Van aufgestellt haben und wir kommen ins Gespräch. Es gibt Menschen, bei denen bereits bei Beginn des Gespräches Sympathie und Gesprächsstoff vorhanden ist und es gibt jene Menschen, mit jenen es schon nach fünf Minuten nichts mehr zu bereden gibt und eine komische Stille entsteht. Monika und Beat gehörten definitiv zur ersteren Sorte und wir entscheiden uns auch gleich zusammen «Znacht zässe». Die Zwei sind extrem sympathisch und auch sie wollten eigentlich die Panamericana machen. Es ist aber wie es ist und sie entscheiden sich aus diversen Gründen, wieder umzukehren und landen wieder in den USA und mit uns auf dem gleichen Campingplatz.

So oder so, danke für die guten Gespräche, den schönen Abend, die netten Gesten und diese herzliche Begegnung mit euch. Ich lese immer wieder gerne, wie es euch wohl so ergeht und wir hoffen wir sehen euch in der Schweiz wieder. Häbet Sorg.

Am zweiten Tag im Grand Canyon gehen wir auf Shuttle Bus Tour und machen eine Wanderung auf dem South Rim Trail und wir geniessen die Aussicht und das Wetter.

Und nach dem wir am Vorabend den Campsite für eine weitere Nacht reserviert haben, geht Marcel früh morgens auf den ersten Shuttle Bus, um an den Colorado River, runter in den Canyon und wieder hoch, ein Trailrunning zu machen. Ich verbringe derweil einen gemütlichen Morgen mit den Kindern und just im Moment wo wir uns von Beat und Monika verabschieden, taucht Marcel, nach 3.5 Stunden Laufzeit, auch schon wieder auf. Seine Beine sind sich nicht gewohnt zuerst einen Berg runter zu springen und erst danach rauf, weil er klagt noch Tage nach diesem Run über Muskelkater. (Kchchch).

Am gleichen Tag nehme ich mir auch mal wieder einen Nachmittag alleine und während Marcel mit den Kindern irgendeinen Ausflug macht, geniesse ich die ersten Stunden alleine im Van um dann irgendwann loszugehen, den späteren Nachmittag im Shuttlebus zu verbringen (nicht den ganzen) um spätestens für die Abenddämmerung beim Grand Canyon zu sein und den Sonnenuntergang zu geniessen.

Für den nächsten Tag ist geplant Richtung Pazifik zu fahren.

Vom Zion bis zum Lake Powell

Da uns die Strasse zum Zion Nationalpark direkt beim Brice Canyon vorbei führt, machen wir da einen Abstecher und wandern kurz vom Sunrise Point zum Sunset Point. Schön ists so oder so.

Die Einfahrt in den Zion Nationalpark ist eine der beeindruckendsten Strassen die wir bisher ge- fahren sind. Da fährt mensch durch diesen Tunnel, (wohl überhaupt der erste so richtige Tunnel auf dieser Reise, und immerhin eine Meile lang), und kann schon vom Tunnel aus zwischendurch einen Blick auf diese wunderschöne Landschaft werfen. Und wenn sich dann nach dem Tunnel der Blick auf dieses Sandstein-Bergpanorama eröffnet, wundert mensch sich nicht, dass der Zion als das Yosemite Valley aus Sandstein bezeichnet wird. Überall sehen wir wunderschöne Fels- wände und freuen uns schon darauf, da dann klettern zu gehen.

Aber der Zion NP ist zugleich auch einer, den wir von allen bisher besuchten, als sehr überlaufen wahrnehmen. Die Menschenmassen, die sich in ihren Camper und Autos ihren Weg durch die Strassen bahnen ist enorm. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass jegliche Campgrounds voll sind. Wir entscheiden uns wieder aus dem Park rauszufahren und landen schluss- endlich etwa dreissig Minuten vom West Eingang entfernt auf einem gratis Übernachtungsplatz. Immerhin ist dieser wirklich nicht schlecht.

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich klettern gehen, wir fahren also in den Park um zur Wand zu fahren, nur das Zion Valley an und für sich ist bis Mitte oder sogar Ende Oktober nur per Shuttlebus erreichbar. So verlieren wir an diesem Tag extrem viel Zeit und entscheiden uns deshalb, an einen anderen Ort fahren um zu klettert. Auch nicht die Beste Entscheidung, weil die Wand nach Süden ausgerichtet ist (ja das hatten wir schon einige Male nun) und es bald viiiieeel zu warum ist. Naja um zu einem Schlusspunkt zu kommen, wir sind viel rumgefahren, haben aber nicht sehr viel gemacht an diesem Tag. Die Nacht verbringen wir wieder auf dem Stellplatz ausserhalb.

Für den darauffolgenden Tag ist ein Arbeitstag eingeplant, wir suchen einen Spielplatz, direkt beim Dorf am Eingang des Zion NPs. Marcel arbeitet, die Kinder und ich verbringen den Vormittag auf dem Spielplatz und entscheiden uns, dann mit dem Shuttlebus noch in den Park zu fahren, so können wir recherchieren wie das alles läuft und die Kinder sehen nicht nur Spielplatz, sondern auch noch was Anderes. Der Bus-Chauffeur bei der Rückfahrt hat so einiges zu erzählen und die Fahrt ist deshalb höchst unterhaltsam, unter vieelem Anderem erzählt er von einem Felsbruch, der so viel Staub ausgelöst hatte, das im Tal fast nichts mehr zu sehen war. Verletzt wurde niemand, es befanden sich nur Menschen in der Mitte des Trails, der vom Felssturz betroffen war.

Es geht dann wieder zurück auf den kostenlosen Über- nachtungsplatz und wir gehen am nächsten Tag früh auf, um einen Platz auf dem Campground zu ergattern und doch noch im Zion klettern zu gehen. So also kommen wir endlich doch noch zum klettern, mehr und weniger. Immerhin eine Nacht können wir noch auf einem Campsite im Park verbringen.

Wir stehen wieder früh auf und wandern dann auf den Angels Landing. Ja wir waren mit drei vier- jährigen Kindern auf dem Angels Landing. Ja sie hatten Spass, trotz 8km Distanz und 450hm und einem ausgesetzten Schlussaufstieg. Und ja, wir sind verantwortungsvolle Eltern, weil wir wissen was unsere Kinder können, wir uns solches Gelände gewohnt sind und einschätzen können.

Ob die Beiden wohl verwandt sind?

Ob die Beiden wohl verwandt sind?

Die Schönheit und Ausgesetztheit dieser Felsnadel zieht grosse Menschenmassen an. Dementsprechend viele und verschiedene Personen trifft Mensch auf diesem Weg an. Solche, die sich vermutlich das erste Mal auf einem solch anspruchsvollen Weg bewegen und sich mit grosser Angst festklammernd an den Ketten Richtung Gipfel hangeln.

Die Unsicherheit dieser Menschen hat uns sehr Angst bereitet und genau sie wiederum, schütteln nur den Kopf ab Leuten, die wie wir mit einem oder zwei Kindern an der Hand relativ locker, ohne die Ketten überhaupt benutzen zu können (mit zwei Kindern an der Hand schwer möglich) an ihnen vorbei spazieren.

Hier ist der Felsbruch von dem der Buschauffeur (siehe oben) gesprochen hat, gut zu sehen, das ganz helle, sandige ist Staub.

So sind die Grenzen und auch die Wohlfühlzonen jedes Menschen nach Erfahrung und Fitness- stand sehr unterschiedlich. Wir genossen die Wanderung jedenfalls sehr und konnten uns durchwegs in unserer Wohlfühlzone bewegen.

Am Nachmittag machen wir uns dann auf, Richtung Lake Powell, wo wir einen Campsite reserviert haben.

Am Lake Powell verbringen wir wunderschöne Tage und geniessen die Zeit, die wir am und auf dem See verbringen können.

Marcel arbeitet und ich versuche den Blog etwas aktueller zu bekommen. (Naja, gscheii nüt schlimmers, aber wir haben es leider trotzdem nicht geschafft. Aber das ist ein Thema für sich.. ).

Der rote Staub wird Abends im Becken abgewaschen.

Wir verbringen einen wunderschönen Abend in netter Gesellschaft mit zwei sehr interessanten Menschen. Danke nochmals für den Wein, das Feuer und die guten Gespräche.

Und nun auf in den Grand Canyon!