Yosemite Nationalpark

Wir fahren die wunderschöne Route in den Yosemite NP und übernachten die erste Nacht noch nicht im Valley selbst, sondern auf dem Wawona Campground. Die Dame hat uns bei Einfahrt in den Nationalpark bereits gesagt, dass im Valley selbst sicherlich keine Plätze mehr vorhanden sind für diesen einen Abend und wir am nächsten Tag sicher um sieben Uhr in der früh beim Campground Registration Bureau sein sollen, um einen Platz zu kriegen.

Wir stehen also am nächsten Tag früh morgens auf, und fahren ins Yosemite Valley, wo wir dann während dem warten bis das Bureau öffnet, frühstücken. Mensch stelle sich vor, das Bureau öffnet um 08.00 Uhr, und wir sind die zweiten die anstehen, um 07.00 Uhr. Bis 08.00 Uhr stehen noch viele weitere Menschen an. Täglich werden so etwa 8 bis 12 Plätze vergeben. Nachdem Name etc. registriert sind, heisst es, dass wir um 15.00 wieder hier stehen müssen um wirklich einen Platz zu bekommen. Wir verbringen restlichen Vor- und Nachmittag also mit klettern und stehen dann pünktlich um drei wieder beim Registration Bureau. Tatsächlich kriegen wir ALS EINZIGE(!) sogar einen Platz für mehrere Nächte. Nun stelle mensch sich vor, jeden Tag an diesem Prozedere teilnehmen zu müssen, da bleibt nicht viel zu machen durch den Tag hindurch. Darum sind wir extrem froh, kriegen wir einen Platz für vier Nächte. Nach der Registrierung entscheiden wir uns noch an den Fuss des El Capitan, beziehungsweise auf die (vor allem unter Kletterern und wohl auch Touristen) bekannte Wiese mit bester Sicht auf das Klettergeschehen am El Cap und überhaupt auf die beeindruckende Wand, ein Zvieri zu essen. Danach geht es auf den North Pine Campground, wo wir uns einrichten für die nächsten Tage.

Das Gute ist, wenn mal auf einem Campingplatz registriert, kann der Shuttlebus der im Yosemite Valley diverse Orte anfährt wunderbar gebraucht werden. So nutzen wir am nächsten Tag genau dieses Angebot und fahren mit dem Bus an den Ort an dem wir klettern wollen. Es hat viele Menschen, weil da leichte Routen sind und sich langsam an das Klettern im Granit herangetastet werden kann. Irgendwann kommen zwei Menschen, die eine Route Free Solo machen, immerhin ist diese wirklich leicht, aber es geht nicht lange und da kommt noch einer mit dem Fahrrad, schnürt seine Kletterfinken und macht Routen die schwieriger sind leichtfüssig hoch und auch wieder runter, denn er weiss genau wo stehen und vertraut seinen Füssen ganz und gar.

Obwohl direkt daneben Menschen mit Kindern sind (wir), Touristen zusehen und Kletteranfänger sich am Fels versuchen, ist das wohl hier im Yosemite (und wie wir später merken auch im Joshua Tree NP) ganz alltäglich. Die Mentalität ist so, dass (wohl normalerweise, nur was ist schon normal und überhaupt ist normal nicht eine Definition die ich gerne benutze, aber) mit dem Fahrrad wohin gefahren wird, je nach je mit Haulbag gefüllt mit Sicherungsgurt, Friends, Keilen, Seil und allem was mensch braucht zum klettern und dann wird geklettert. Oder eben so, dass Mensch einfach Free Solo klettert. Dies mag ja gehen, wenn irgendwo geklettert wird, wo keine Menschen zusehen könnten wenn der Free Solo Kletterer abstürzt, vor allem keine Kinder, die dann für ein Leben lang traumatisiert wären, aber wahrscheinlich machen sich diese Menschen gar keine Gedanken zu ihrer Kletterumgebung, denn es ist ja völlig normal (wieder dieses Wort, dass ich nicht mag) hier. So, nun genug zu dem. Wir fahren mit dem Shuttlebus das wieder zurück zu unserem Platz und geniessen den Abend.

Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung und laufen zum Vernal und zum Nevada Fall, diese führen auch tatsächlich beide Wasser, denn der berühmte Yosemite Fall führt, wie wir bisher auch noch nicht wussten, fast nur im Frühling Wasser (beim darüber nachdenken, ist dies aber auch nicht weiter verwunderlich). Unsere Kinder machen es wie immer super und die Wanderung hat sich wirklich gelohnt. Ausblick etc. sind wunderschön. Vom Wanderweg den wir machen, geht auch der Weg weiter auf den Half Dome, um aber diese Wanderung zu machen muss mensch einer von ca. 20 sein der die Lotterie gewinnt, mit diesen Lotterien wird reguliert wie viele Menschen pro Tag da hochlaufen dürfen. Wir wollen aber wenn dann hochklettern, irgendwann…

Und so geht es nach dem Frühstück wider auf den Shuttlebus und Richtung El Capitan, mit dem Plan auf der linken Seite am Fusse des El Cap ein paar Routen zu klettern, dabei passieren wir auch den Start der legendären Route Nose. Als geschichtlichen Hintergrund: Die Wände des El Capitan galten lange als nicht bezwingbar. 1958 kämpften sich Warren Harding, Wayne Merry, und George Whitmore im Expeditionsstil, 47 Tage lang den Berg hoch. Danach galt die Nose als NICHT FREI KLETTERBAR, bis Lyn Hill als erster Mensch überhaupt eben genau diese Route 1993 im freien Stil kletterte. Diese Begehung hat die Sicht auf das Klettern am El Capitan revolutioniert.

Am Abend gibt es ein riesiges Verkehrsaufkommen und der Shuttlebus kann nicht einmal bis zum Campground fahren, weil einfach die Menge der Autos auf der Strasse zu gross ist. So kommt es, dass wir irgendwann aussteigen und den letzten Rest noch zurücklaufen müssen.

Die Menschenmassen, bzw. Fahrzeugmassen in denen sie unterwegs sind, sind enorm und wir fragen uns, ob es da wohl keine andere Lösung gäbe. Naja, schliesslich sind ja auch wir mit derm Van gekommen und müssen irgendwann diese Strasse wieder hinaus aus dem Nationalpark fahren. Wir fragen uns, ob die Verkehrslage damals vor neun ein halb Jahren, als wir schon einmal hier waren, auch schon so war. Sowieso denken wir hier im Yosemite viel an vor neun Jahren, als wir im Camp 4 übernachteten und wohl nicht gedacht hätten, dass wir irgendwann mit unseren Kindern, und erst noch Drillingen in unserem eigenen Van wieder hierhin zurückkommen würden.

Müde auf dem Platz, gibt es nur noch Abendbrot und dann ab ins Bett.

Den letzten Morgen im Yosemite verbringen wir nochmals mit einer kurzen Wanderung zum Mirror Lake, wenn auch dieser im Herbst meist ausgetrocknet ist. Von da geniessen wir den freien Blick auf den Half Dome und kehren dann zu Hügetteli zurück, um Richtung San Francisco zu fahren.

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