Fort St. John – Mount Robson Provincial Park (Zusammenfassung)

Die Zeit in Fort St. John vergeht schnell. Nicht nur weil uns die Drei so nett aufnehmen, sondern auch, weil wir erneut einen Einblick in das Leben auf einer Farm haben können und sich dieses in vielerlei Hinsicht von dem in St. Brigide d’Iberville unterscheidet.

Wer genau hinschaut, sieht ein paar Kinder und einen erwachsenen Menschen
in der Führerkabine des JOHN DEERE Traktors …

Die Empfehlung dem Verlauf des Peace River’s Richtung Hudson’s Hope zu folgen, ist definitiv lohnenswert. Auch im Hinblick darauf, dass ein relativ grosser Teil des Tales bald wegen eines Staudamms überflutet wird. Die Nacht verbringen wir irgendwo auf einer Raststätte und endlich kann ich Marcel beweisen, dass Elche ohne Probleme schwimmen können und diese nicht plötzlich auf irgendwelchen Inseln gefangen sind. Muahahaha. Denn wir können eine Elchdame bei ihren abendlichen Schwimmlängen beobachten.

Es geht also anderntags weiter Richtung Mount Robson und unterwegs schlafen wir in einem Provincial Park kurz vor Prince George. Da (also in Prince George) machen wir am nächsten Tag einen Abstecher um einige Erledigungen zu machen und dann schleunigst weiter zu fahren, Immerhin kriegen wir da die Empfehlung dem jüngsten Provincial Park von BC, nämlich dem Chun T’oh Whudujut oder Ancient Forest Park einen Besuch abzustatten und es lohnt sich wirklich diesen zu sehen. Und je näher wir den Rockies kommen, desto entspannter werden wir. Nicht nur weil uns der Aufenthalt bei meiner Cousine entspannt hat, sondern auch weil wir wissen, dass nun wohl die Zeit der langen Distanzen, die wir an einem Tag zurücklegen müssen langsam aber sicher zu Ende geht.

Der Chun T’oh Whudujut Provincial Park, es ist schwer den Eindruck in Bildern festzuhalten.

Beim Informations-Zentrum des Mount Robson Provincial Park, können wir für die Nacht des nächsten Tages einen Platz auf einem Campingplatz im Backcountry, bzw. am Kinney Lake buchen. Und so geht es am nächsten Tag auf den (legendären) allerseits bekannten Berglake Trail. Die Kinder tragen das erste Mal selber ihre ganzen Schlafutensilien, wie Mätteli, Schlafsack, Kuscheltier und auch ihre Regenkleider, in ihrem Rucksack mit. Der Weg zum Campground am Kinney Lake führt über sieben Kilometer, am schönen Robson River entlang der auf seinem Weg zum Pazifik ist, um dann dem Ufer des Kinney-Lake entlang.

Abendregen am Kinney Lake

Die Nacht im Backcountry ist ruhig, zwar regnet es, aber die Wettervorhersage für den darauffolgenden Tag ist sonnig. Marcel geht früh morgens los, um bis hin zum Berglake zu joggen, der dem Trail auch seinen Namen gibt.

Wir wachen unterdessen am Kinney Lake  gemütlich auf und können bei Sonnenschein frühstücken. Nachdem Marcel von seinem Trailrunnig zurück ist und wir in unseren Rucksäcken alles wieder kompakt verstaut haben, geht es also Richtung Tal. Die ersten Kilometer können wir noch relativ ohne Probleme bewältigen, aber wir merken, dass für unsere drei Vierjährigen die letzten zwei Kilometer extrem anstrengend sind. Zwar geht es nur noch bergab, aber zumindest ich, weiss aus eigener Erfahrung, dass das runterlaufen manchmal noch an den letzten Kräften zerrt und so erst recht bei diesen sechs jungen Beinen. Aber die drei machen das unglaublich gut. Die letzte Nacht verbringen wir erneut auf einem Campingplatz im Tal.

Bemerknisse

Mäuse mögen uns. Denn wir hatten wohl Besuch in unserer Hügette. Plötzlich waren da Kekse angeknabbert und hie und da fanden wir auch Mäusefäkalien oder in anderen Worten mycke lite Muusegaggi. Auf jeden Fall und zur Beruhigung aller die ab dieser Vorstellung fast losschreien: Die Maus ist wieder ausser Haus. Zumindest hätten wir keine Anzeichen einer Mitbewohner*In mehr bemerkt.

Saskatoon Island Provincial Park (Grand Prairie)

Wir erhoffen uns unterwegs zweischen diesem Recreational Area und Fort St. John einen guten Übernachtungsplatz zu finden. Natürlich würden wir auch einen Guten finden, nur ist der doch noch etwas gar weit entfernt von unserem Ziel. Es ist uns klar: Wir werden mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit bereuen, dass wir diesen Platz nicht nehmen, (naja, wir haben ja unsere Lehren aus solchen Situationen doch schon einige Male gezogen) trotzdem gehen wir das Risiko ein, und es kommt wie es kommen muss…

In Grand Prairie finden wir dann doch noch einen Schlafplatz im Provincial Park. Und um unsere Nerven zu beruhigen, nehmen wir uns an diesem Abend die Zeit, nach dem Abendessen eine kurze Kanufahrt zu unternehmen. Der Himmel zeigt sich zu unserer Freude in allen verschiedenen Variationen.

Nächsten Tags dann, geht es zu meiner Cousine, die mit ihrem Partner und Kind in der Nähe von Fort St. John wohnt und wir geniessen die Zeit da, die Gesellschaft und Überhaupt. Deshalb hier schon mal: MERCI IHR DREI!

Rock Lake Provincial Park

EPILOG

Hier sind wir endlich wieder und melden uns zurück. Zur Zeit weilen wir im Rock Lake Provincial Park, direkt an der Grenze zum Willmore Wilderness und zum Jasper National Park in Alberta. Die Tage hier dienen der schönen Überbrückung, bis wir zu meiner Cousine gehen, die mit ihrem Partner irgendwo in der Nähe von Fort Saint John wohnt.

Nun ja, zwar versuchte ich den Blog in der Zwischenzeit in Etwa zu aktualisieren, aber es ist wie es ist: 1. Gab es in der Zwischenzeit, keine extrem spannenden Ereignisse zu berichten und 2. Förderten die langen Fahrten und die damit verbundene Müdigkeit, meine Lust zu schreiben nicht im Geringsten. Und so schreibe ich nun hier, bei einigermassen sonnigem Wetter und irgendwo in einem WiFi freien Campground mit Selbstregistrierung, mitten in den Rockie Mountains meine Nachträge, in der Hoffnung, dass ich nach diesem Mal, endlich mein Ziel erreiche, den Blog mehr oder weniger aktuell zu halten.

UND SO WEITER …

Wir waren schon relativ früh an unserem Übernachtungsplatz im Rock Lake Provincial Park und deshalb verbrachte ich den Nachmittag mehr oder weniger schreibend in unserem Zuhause. Das Wetter widerspiegelte unsere eigene Gemütsverfassung wieder und wechselte von heiter fröhlich bis Regen und Eisregen mit Windböen. Die Kinder und Marcel waren damit beschäftigst die Umgebung zu erforschen und für den nächsten Tag den Wanderweg zu suchen. Und weil kein WiFi vorhanden war, ist dieser Eintrag mittlerweile natürlich auch schon wieder veraltet, naja, zumindest ein klein wenig. 

Am nächsten Morgen wollen wir eine kurze Wanderung zu einem Lookout zu machen. Leider ist die Stimmung grundsätzlich nicht sonderlich gut und das wandern ist nicht wirklich entspannt. Erstens: Weil mindestens ein Kind auch nicht sonderlich gute Laune hat, Zweitens: Weil wir uns gegenseitig auch nicht mehr ganz so sehr ertragen mögen in diesem Moment (Kommunikation heisst das Zauberwort), und Drittens: Weil wir uns hier nun in einer Umgebung befinden, in der auch Grizzlies zuhause sind und wir recht unsicher sind, wie wir uns zu verhalten hätten. (Ja, wir haben darüber gelesen, welche Zeichen auf einen Bären hinweisen und auch welche Dinge wir tun können um eine Begegnung zu verhindern. Aber was wenn wir wirklich auf einen Grizzly treffen? In der Information steht: Mensch soll einen Bärenspray am Gurt tragen um schnell reagieren zu können und auch wissen wie damit umzugehen.) Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Bärenforscher besuchen um den wirklichen Umgang mit Bären etwas zu kennen zu lernen. Dafür ist die gebotene Aussicht um so schöner und wir können uns die Gesamtfläche der National-, Provincial- und Wilderness-Parks hier nur schwer vorstellen. Das Wetter ist weiterhin wechselhaft und beim Lookout regnet es wieder.

Wir gehen dann zurück Richtung Hügette um von da weiterzufahren Richtung Fort St. John. Bei einem Recreational Area finden wir einen netten Platz mit Aussicht auf eine Eisenbahnbrücke und übernachten da. Und nun ab die Post geht es weiter. 

Elk Island National Park – Niton Junction – William A. Switzer Provincial Park

Vom Elk Island National Park, geht es also weiter Richtung Rockies. Wir fahren am frühen Abend los und finden in Niton Junction einen wunderbaren Rastplatz für die Übernachtung.

Um am nächsten Tag noch weiter Richtung Westen zu fahren und endlich die Rockies erreichen. Wir verbringen den Nachmittag im A. Switzer Provincial Park und übernachten dann irgendwo an einem Fluss ausserhalb des Parkes.

Saskatoon – Elk Island National Park

Von Saskatoon fahren wir Richtung Edmonton in Alberta. Die Fahrt durch Prärie, an Farmen und Weiden vorbei mit riesigen Rinderherden ist auf eine ganz eigene Art beeindruckend. Und auf der Weiterreise wie auch auf den nachfolgenden Tagen, kriegen wir den Rauch erster Waldbrände zu sehen und riechen.

Da Städte allgemein teuer sind, entscheiden wir uns in den Elk Island National Park zu gehen. Auch dieser wird im Reiseführer wieder hochgelobt. Und die Tage, bzw. zwei Nächte die wir da verbringen sind schön und wir verbringen sie mit Kanufahren, und wandern.


Aber es zieht uns weiter, weiter Richtung Berge, weiter Richtung Rockies.

Saskatoon

Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach dem Campingplatz, der im Reiseführer beschrieben ist und finden da einen Platz für zwei Nächte. Für Marcel bedeutet dies Mal wieder einige Stunden zu Arbeiten und für uns Alle ein paar Telefonate mit Grosseltern etc. zu tätigen. Die Internetverbindung ist aber so mühsam, dass es nicht reicht, den Blog auch auf den aktuellsten Stand zu bringen oder überhaupt erst einigermassen angenehm zu telefonieren. Immerhin können wir vom Campingplatz aus mit dem öffentlichen Bus in die Stadt fahren und finden heraus, dass es einen tollen Spielplatz gibt, den wir am nächsten Tag besuchen. So vergehen auch diese Tage wieder rasend schnell und wir verlassen Saskatoon (wahrscheinlich eine grossartige Stadt, mit einem vielseitigen Angebot an Kultur, Kunst, gutem Essen und warmen Abenden, die am Ufer des South Saskatchewan River verbracht werden können (wären wir zu zweit unterwegs)).

Saskatoon

Riding Mountain – Saskatoon

Nach diesen erholsamen Tagen, fahren wir am späten Nachmittag weiter Richtung Saskatoon. Unterwegs finden wir einen netten Ort (mit Spielplatz) um etwas zu kochen, Abendbrot zu essen und die Kinder bettfertig zu machen. Der Plan ist danach weiter zu fahren und auf dem letzten Rastplatz vor Saskatoon übernachten. Leider ist unser Navi fehlinformiert und die eingetragene Raststelle ist geschlossen, die Kinder sind zwar brav am schlafen, aber ich verzweifle mittlerweile schier. Also fahren wir weiter um schlussendlich in Saskatoon, irgendwo auf einem Parkplatz in der Nähe eines Parkes zu landen, nachdem wir beim ersten Parkplatz weggeschickt wurden (zwar haben wir nach Schildern die das Übernachten untersagen Ausschau gehalten und nichts dergleichen gesehen, aber wohl genau deshalb gab es den Menschen im Pickup, der dies allen mitteilt).

Riding Mountain National Park

Ja, der Riding Mountain National Park. Es war wohl nicht die allerbeste Wahl, als ersten Nationalpark in Kanada, in genau diesen zu gehen. Zwar preisen sie ihn im Lonely Planet Reiseführer von 2017 als auf jeden Fall lohnenswert an, aber wir können dem nicht so ganz zustimmen. Wahrscheinlich auch, weil wir nicht dahin gehen konnten wo die «hohen Berge und Gebirgsseen» sein sollen, weil (wen wundert es) der Campingplatz da, noch geschlossen hatte. Immerhin sehen wir die versprochenen Bisons und übernachten trotzdem zwei Nächte auf einem selbstregistrierungs Campground. Die Zeit da, dient als Erholung und Motivationssammlung für die weiteren langen Fahrten, die noch auf uns zukommen.

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Thunder Bay – Winnipeg

Von Thunder Bay bis Winnipeg sind es doch einige Kilometer und wir fahren des Nachts. Leider verpassen wir den letzten gemütlichen Rastplatz und übernachten schlussendlich bei einer Tankstelle wo ein riesen Lärm ist und für mich persönlich fast unmöglich zu schlafen. Ja nu, so lange es nur eine Nacht ist, mag ja das gehen.

Der Empfehlung in Winnipeg, das Childrensmuseum zu besuchen folgen wir und erschrecken als wir sehen wie teuer dieser Spass ist. Aber die Kinder sind glücklich und können sich als Baggerführer versuchen, oder im Wasserlabor experimentieren und auf einem Essensturm aus verschiedenen Materialien rumklettern.

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Trotzdem verzweifeln wir am Abend fast, weil die Campingplätze teuer sind und wir den Fehler machen, eine Airbnb Unterkunft zu buchen, die aber als Mitbenutzung gedacht ist und nicht etwa als eine Benutzug der gesamten Unterkunft gebucht werden kann. Grundsätzlich und wenn wir nur zu zweit wären, wäre ja das auch nicht weiter tragisch, aber mit unseren drei Kindern, könnte dies ungemütlich werden. Wir entscheiden uns diese Buchung wieder zu stornieren, nur leider bezahlen wir trotzdem den ganzen Betrag. Immerhin ist die Entscheidung, nun zum Bird Hill Provencial Park zu fahren gut, denn da sind die Übernachtungen nur knapp 18 C$.

Da verbringen wir dann schlussendlich zwei Nächte, denn das Wetter ist wunderbar war.

Veröffentlicht und geschrieben von Nadine, auch wenn da Marcel steht…